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wettbewerb w#plus - graz

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wettbewerb:
2. preis 1998

mitarbeiter:
bodlos / höfer /
steinhuber

generelles

eine beispielhafte zukunftsweisende wohnhausanlage wie sie in dieser ausschreibung endlich gefordert wird, muß generell ein wohnen für alle sein: für jung und alt, für krank - physisch und psychisch - und gesund, barrierefrei und es muß auf die bestehenden und künftig absehbaren gesellschaftlichen bedürfnisse und veränderungen, speziell auch auf die steigende anzahl der ein- und zweipersonenhaushalte, unabhängig des alters, sowie auf die im zunehmenden informationszeitalter steigende nachfrage von wohnen und arbeiten, speziell in form von tele-working eingehen.

im hinblick auf diese sich stark verändernde soziologische strukturierung ist besonders darauf zu achten, daß keine ghettoisierung entsteht und es ist der bereits gemachten erfahrung von vereinsamungsphänomenendurch die kombination von wohnen und arbeiten, bzw. den großteils an einen ort gebundenen lebensbereich entgegenzuwirken, einmal durch einen entsprechenden nutzungsmix, andererseits durch offenheit im gesamtkonzept, innerhalb der wohnanlage und nach außen und durch die schaffung von genügend kontaktzonen und interaktionsräumen sowohl im wohngebiet als auch im baukörper selbst.

aus diesen überlegungen und erkenntnissen wurden der arbeit folgende generelle entwurfsgedanken zugrunde gelegt:

· eine im inneren und nach außen offene = durchgängige bebauungsstruktur und wegebeziehung

· versorgungszonen für einen bei einer zukunftsweisenden wohnanlage unbedingt notwendigen nutzungsmix, generell als ergänzung zu den tele-workingflächen wie:

ansiedlung von eventuell notwendigen terziären versorgungseinrichtungen des täglichen bedarfs
ansiedlung von offenen und geschlossenen flächen für zb eine sozialstation zur dezentralen versorgung der bewohner und der umgebung, tagesbetreuung für kinder, psychisch kranke etc., hobby- und bastelräume für alle, bzw. auch für betreutes werken, dezentrale ausbildungsräume für die verschiedensten berufe und umschulung, für sprachkurse, nachhilfekurse etc., eine immer wichtigere werdende einrichtung am neuen dezentralen arbeitsmarkt. dezentrale treffpunkte für verschiedene gruppen und interessen, dezentrales nicht störendes kleingewerbe etc.

· kontaktplätze und zonen, interaktionsräume zentral für das gesamtgefüge sowie dezentral auf terrain und im geschoß; die erschließungskontakträume auf terrain und im geschoß sind so konzipiert, daß vor dem halböffentlichen bereich der wohnung = eßbereich und dem bereich vor der arbeitszone halböffentliche aufenthaltsflächen im freien entstehen.

· klare trennungen von öffentlich, halböffentlich und privat sowohl im freiraumbereich als auch in der wohnung selbst.

· offene grundrißkonzeptionen die auf den wandel der familienstruktur bzw. den wechsel im ausmaß von wohnen und arbeiten reagieren können.

städtebauliche reaktion

auf die städtebauliche situation, geprägt durch auslaufende gründerzeitige blockrandbebauung und eine vorstädtische eher heterogen strukturierte bebauung wurde, auch in hinsicht auf eine zukunftsweisende wohnhausanlage besonders ausgerichtet auf eine neue soziale strukturierung in sicht auf die verbindung von wohnen und arbeiten mit einem klar strukturierten offenen und feingliedrigem netz, das sich mit der stadtlandschaft insofern auseinander setzt , daß es sich maßstäblich einfügt und dem ort hohe identität sowie urbanität und attraktivität verleiht, reagiert.
die einheitlich 4-geschossige feingliedrig differenzierte bebauung, damit entsteht keine konkurrenzierung zum bestehenden 5 bis 6-geschossigem altbestand - ist durchgehend ost-west gerichtet, ausgenommen davon ist der nord-süd gerichtete baukörper im osten des plaungsgebietes der eine lärmabschirmung hin zum stark befahrenen lendkai bildet.

vom nordsüd gerichteten zentralen interaktions- und kommunikationsbereich aus gehen die ost-west gerichteten linearen kommunikations- und interaktionsstraßen und verbinden den lendkai mit der neubaugasse, diese linearen elemente setzen sich im geschoß in form von speziell ausgebildeten laubengängen mit den den wohnungen und arbeitsbereichen vorgeschaltenen halböffentlichen kontaktbereichen im freien fort.

auch die netzgasse ist durch das neue wohngebiet an die pflanzengasse, also in einer nordsüd verbindung über den zentralen kommunikations- und interaktionsbereich angebunden.

dadurch wird eine offene vernetzung mit der umgebung erzeugt.

vielfältigkeit, abwechslung und lebendigkeit wird einerseits durch das offene netz, andererseits durch den nutzungsmix, erdgeschoßig im osten bzw. erdgeschoßig in den kopfbauten der ost-west orientierten bebauung, situiert am ost. bzw. westrand des zentralen kommunikations- und interaktionsbereiches erzielt.

das gesamte gebiet ist durchzogen von grün, bewegungs- und interaktionsräumen und linien die auch nach außen greifen.

im verhältnis 1:1 werden die pkw's in eine tiefgarage gelegt, einfahrt im nordosten, besucherparkierung ist an der ost und südseite des gebietes angeordnet.

generell wurde städtebaulich das ziel verfolgt dem ort unverwechselbare identität und attraktivität zu schaffen, der einerseits auf das bestehende stadtbild reagiert, den altbestand als dokument und gegensatz bewahrt, andererseits durch offenheit und dynamik auf die künftige veränderte sozialstruktur hinweist.

baukörpererschließung und wohnungstypologiealle baukörper sind an die linearen kommunikationselemente, angereichert mit interaktionsbereichen angebunden, erdgeschoßig sind diese bereiche durch die darüberliegenden gemeinsam zu nutzenden arbeitsboxen überdeckt.
die laubengänge sind als kommunikationselemente im geschoß ausgebildet, vor den halböffentlichen bereichen der wohnungen und vor den zur wohnung angekoppelten arbeitsbereichen sind halböffentliche freibereiche - schwellen- und kommunikations-bereiche ausgebildet.

im süden sind über 4 geschosse die wohneinheiten mit je nach wahl angeschossenen arbeitszellen an das laubengang- kommnunikationselement angekoppelt, im norden über zwei geschosse, erdgeschoßig aufgeständert, gemeinsame einrichtungen, zb besprechungsräume, infrastruktureinrichtungen, nebenräume und sanitärzellen.

die grundrißdispositonen der wohnungen, - drei wohnungsgrößen - ist so angelegt, daß ein höchstmaß an flexibilität und anpaßbarkeit an die familien- und arbeitrs-struktur ermöglicht wird. bei allen wohneinheiten ist jederzeit wohnen und arbeiten möglich, bzw. "nur arbeiten" oder "nur wohnen".

dem wunsch des menschen nach kommunikation und rückzug wird dadurch rechnung getragen, daß der halböffentliche teil der wohnung hin zum halböffentlichen laubengang- kommunikationsbereich orientiert ist, und der private teil zum privaten freibereich nach süden.

die wohneinheiten bzw. die angekoppelten arbeitsbereiche sind frei kombinierbar, genauso ist das aneinanderkoppeln mehrerer arbeitszellen zu einer wohnung möglich.

die überwiegende ost-west baukörperstellung ermöglicht auch eine optimale passive und aktive nutzung der sonnenenergie.